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Brennpunkt Westsiedlung: Erste Schritte zur verkehrstechnischen Neuausrichtung

Auf einen Blick

> Verkehrsmessungen und -analyse abgeschlossen
> Erste Handlungsempfehlungen liegen vor, noch keine konkreten Umsetzungsmaßnahmen beschlossen
> Weitere Schritte zur Konzeptentwicklung folgen
> Einbeziehung der Wohnungsgenossenschaften und BewohnerInnen unbedingt notwendig

Der Stadtrat beauftragte bereits im Jahr 2020 einen Verkehrsplaner mit der Erstellung eines neuen Verkehrskonzepts für die Trofaiacher Westsiedlung. Mit der Präsentation der Analyseergebnisse wurde die erste von vier Phasen im Februar 2021 abgeschlossen. Klar ist: Es braucht neben einer langfristigen Strategie unter Einbindung der BewohnerInnnen der Siedlung zur Neuausrichtung des Verkehrs in der rund 2.700 EinwohnerInnen großen Siedlung auch kurzfristige Maßnahmen.

Im Jahr 2020 wurde das Büro VerkehrPlus mit der Erstellung eines Verkehrskonzepts für die Trofaiacher Westsiedlungbeauftragt. Nunmehr wurde der erste Schritt, die Datenerhebung und Analyse, mit der Präsentation im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen abgeschlossen. Es wurde die Anzahl an Bewegungen (Autofahrten, Radfahrten, öffentlicher Verkehr und Fußwege) pro Tag als Grundlage gemessen, wobei sich im Vergleich zu den letzten Messungen in den Jahren 2009 bzw. 2012 keine wesentlichen Veränderungen in der Anzahl der Autofahrten zeigten. Als verkehrstechnische Hotspots wurden die Bereiche der Langefelderstraße zwischen den Kreisverkehren und der Montanstraße und deren Seitenstraßen identifiziert. An der am stärksten frequentierten Stelle wurden rund 8.300 KFZ pro 24 Stunden gemessen. Hört sich viel an, relativiert sich aber wenn man weiß, dass die Langefelderstraße ein KFZ-Aufkommen von rund 36.000 KFZ pro 24 Stunden bewältigen könnte.

Problemzone „ruhender Verkehr“
Somit wurde in der Analyse schnell klar, dass nicht der rollende Verkehr das Hauptproblem darstellt, sondern der ruhende. Vor allem Situationen wie im vorderen Bereich der Bergmanngasse sind die wahren Problemzonen in der Siedlung: (Theoretisch) viel Platz für den rollenden Verkehr, wenig Platz für parkende Autos. Eine nicht einfach zu lösende Aufgabe, wie auch der Vorsitzende des Ausschusses GR Karl Pöschlmayer betont: „Es gibt in diesem Bereich einfach zu wenige Stellflächen. Solche direkt unter dem Schlafzimmerfenster zu errichten, ist auch keine Lösung im Sinne der AnrainerInnen.“ Es braucht daher eine möglichst nachhaltige Strategie zur Neuausrichtung des Verkehrs in dieser großen Siedlung, an der neben der Stadt auch die Wohnungsgenossenschaften und vor allem die BewohnerInnen der Siedlung mitarbeiten sollen. Dabei soll – so eine erste Handlungsempfehlung des Verkehrsplaners – das bestehende Verkehrsangebot gut aufeinander abgestimmt, modernisiert und punktuell ergänzt werden.

Multimodale Knotenpunkte
Als Denkanstoß wurden seitens des Planers drei „multimodale Knotenpunkte“ angeführt: Diese sollen ähnlich wie beim Busterminal im Zentrum, beispielweise mit überdachten Fahrradabstellplätzen, Ladestationen für E-Autos, Carsharing-Angeboten und einer modernen Haltestelle für den öffentlichen Verkehr ausgeführt sein. Daneben sollen diese Flächen auch als öffentlicher Stadtraum gestaltet werden und Menschen zum Verweilen einladen. Damit soll langfristig ein stark verbessertes Angebot geschaffen werden, das vor allem die Alternativen zum Auto wesentlich attraktiver machen soll.

Verkehrsflächen neu denken
Aber auch die bestehenden Verkehrsflächen müssen für die Zukunft neu gedacht werden. Wie wäre es, wenn die Waldstraße zu einer Fahrradstraße werden würde, in der lediglich AnrainerInnen mit dem Auto zu- und abfahren dürfen? Welche Rolle spielt die weitere Bebauung durch die GIWOG? Wie kann man das Parkplatzproblem nachhaltig lösen oder zumindest verbessern? Welche konkreten Maßnahmen sind auch aus Sicht der BewohnerInnen sinnvoll und entsprechen den Lebensrealitäten? Diese und noch viele Fragen mehr werden in den weiteren Schritten im Zuge der Erstellung des Verkehrskonzepts zu beantworten sein.

In der Westsiedlung leben rund 2.700 Menschen – der Verkehr ist für alle ein Thema

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